Körperschaft- & Gewerbesteuer
Körperschaft- & Gewerbesteuer im Saarland und Rheinland-Pfalz
Unternehmensbesteuerung im Überblick – was auf Kapitalgesellschaften zukommt
Wer eine GmbH, UG oder AG betreibt, hat es steuerlich mit einem eigenen Regelwerk zu tun, das sich grundlegend von der Besteuerung eines Einzelunternehmers unterscheidet. Drei Steuerarten sind auf Ebene der Gesellschaft relevant: Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Hinzu kommt die Umsatzsteuer sowie – sobald Gewinne ausgeschüttet werden – die Kapitalertragsteuer auf Ebene der Gesellschafter.
Das Zusammenspiel dieser Steuerarten bietet erhebliche Gestaltungsspielräume: Wann wird Gewinn ausgeschüttet, wann thesauriert? Wie wird das Gehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers gestaltet? Welche Betriebsausgaben können vorgelagert werden? Welche Rechtsformoptimierungen sind mittel- bis langfristig sinnvoll?
Mathieu & Kollegen begleitet Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften im Saarland und Rheinland-Pfalz bei der vollständigen Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten – und darüber hinaus bei der vorausschauenden Steuerplanung, die den Unterschied zwischen reaktiver Pflichterfüllung und aktiver Steueroptimierung ausmacht.
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Körperschaftsteuer – Grundlagen und Gestaltung
Was ist die Körperschaftsteuer?
Die Körperschaftsteuer ist die Ertragsteuer der Kapitalgesellschaften – das Pendant zur Einkommensteuer natürlicher Personen. Sie wird auf den zu versteuernden Gewinn der Gesellschaft erhoben. Der Steuersatz beträgt aktuell bundeseinheitlich 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer, was einer effektiven Körperschaftsteuerbelastung von ca. 15,825 % entspricht.
Wer ist körperschaftsteuerpflichtig?
Körperschaftsteuerpflichtig sind insbesondere GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG, KGaA, Genossenschaften, Vereine und Stiftungen. Personengesellschaften wie GbR, OHG und KG sind grundsätzlich nicht körperschaftsteuerpflichtig – hier werden die Gewinne anteilig den Gesellschaftern zugerechnet und auf deren Ebene der Einkommensteuer unterworfen.
Körperschaftsteuererklärung
Die Körperschaftsteuererklärung ist jährlich beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Sie basiert auf dem handelsrechtlichen Jahresabschluss, wird durch steuerliche Korrekturen und Hinzurechnungen angepasst und bildet die Grundlage für den Körperschaftsteuerbescheid.
Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
Der körperschaftsteuerliche Gewinn lässt sich durch eine Reihe von Maßnahmen beeinflussen: Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen verlagern Steuerlast in Vorjahre oder mindern sie im laufenden Jahr. Angemessene Geschäftsführergehälter reduzieren den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn. Pensionszusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer sind – wenn korrekt strukturiert – steuerlich wirksam.
Gewerbesteuer – Grundlagen und Optimierung
Was ist die Gewerbesteuer?
Die Gewerbesteuer ist eine Realsteuer, die von Gemeinden auf den Gewerbeertrag eines Unternehmens erhoben wird. Sie ist die einzige Steuer, deren Höhe nicht bundeseinheitlich ist, sondern vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde abhängt. Der Gewerbesteuerhebesatz variiert im Saarland je nach Gemeinde erheblich – von Hebesätzen unter 300 % in kleineren Gemeinden bis zu 490 % in Saarbrücken und 430 % in Homburg.
Wer zahlt Gewerbesteuer?
Gewerbesteuerpflichtig sind grundsätzlich alle Gewerbetreibenden – also Einzelunternehmer, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften wird die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet, was die effektive Mehrbelastung begrenzt. Bei Kapitalgesellschaften gibt es diese Anrechnung nicht.
Berechnung des Gewerbeertrags
Der Gewerbeertrag wird nicht einfach aus dem steuerlichen Gewinn abgeleitet – er enthält eine Reihe von Hinzurechnungen und Kürzungen, die den Gewerbeertrag vom körperschaftsteuerlichen Einkommen unterscheiden.
Hinzurechnungen erhöhen den Gewerbeertrag: Ein Viertel der Summe aus Entgelten für Schulden (Finanzierungsanteile), Miet- und Pachtzinsen für bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter sowie Lizenzgebühren wird dem Gewinn hinzugerechnet, soweit diese Summe 200.000 € übersteigt.
Kürzungen reduzieren den Gewerbeertrag: Insbesondere der Kürzungsbetrag für Grundbesitz (1,2 % des Einheitswertes) und Dividenden aus Beteiligungen können den Gewerbeertrag erheblich reduzieren.
Gewerbesteuererklärung
Die Gewerbesteuererklärung wird beim Finanzamt eingereicht, das auf dieser Basis den Gewerbesteuermessbetrag festsetzt. Die Gemeinde setzt dann auf Basis des Messbetrags und ihres Hebesatzes die Gewerbesteuer fest.
Das können wir für Sie tun
Unsere Leistungen rund um Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
Körperschaftsteuererklärung
Wir erstellen Ihre Körperschaftsteuererklärung vollständig, stimmen sie mit dem Jahresabschluss ab und reichen sie fristgerecht beim Finanzamt ein.
Steuerliche Gestaltung und Optimierung
Wir prüfen bei jedem Jahresabschluss systematisch, welche Gestaltungsoptionen – etwa Investitionsabzugsbeträge, Sonderabschreibungen oder Pensionszusagen – für Ihre Gesellschaft in Frage kommen.
Ermittlung des Gewerbeertrags
Wir ermitteln den Gewerbeertrag präzise, prüfen alle Hinzurechnungen auf ihre Richtigkeit und schöpfen alle zulässigen Kürzungen vollständig aus.
Gewerbesteuererklärung
Wir erstellen die Gewerbesteuererklärung, prüfen den Gewerbesteuermessbescheid auf Richtigkeit und legen bei Bedarf fristgerecht Einspruch ein.
Ausschüttungsstrategie
Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen, ob Gewinne ausgeschüttet oder thesauriert werden sollten, und entwickeln eine Strategie, die Ihre steuerliche Gesamtbelastung nachhaltig senkt.
Geschäftsführergehalt und vGA-Vermeidung
Wir gestalten das Geschäftsführergehalt von Anfang an fremdvergleichskonform und überprüfen es regelmäßig auf Angemessenheit, um verdeckte Gewinnausschüttungen zu vermeiden.

Gewerbesteuerhebesätze im Saarland und Rheinland-Pfalz – ein Überblick
Der Gewerbesteuerhebesatz hat direkten Einfluss auf Ihre Steuerlast. Bei unternehmerischen Entscheidungen über den Betriebssitz – sei es bei einer Neugründung oder einer Verlagerung – kann der Hebesatz ein relevanter Faktor sein. Wichtig: Eine Betriebssitzverlagerung allein aus steuerlichen Gründen ist rechtlich zulässig, muss aber wirtschaftlich begründbar sein und darf nicht als missbräuchliche Gestaltung gewertet werden. Wir beraten Sie sachgerecht und ohne Übertreibungen.
Das Zusammenspiel von Körperschaft-, Gewerbe- und Kapitalertragsteuer
Bei einer GmbH greift die Steuer auf mehreren Ebenen: Auf Gesellschaftsebene zahlt die GmbH Körperschaftsteuer (ca. 15,825 %) und Gewerbesteuer (je nach Hebesatz ca. 14–17 %). Die Gesamtsteuerbelastung auf Ebene der Gesellschaft liegt damit bei rund 30 %. Werden Gewinne anschließend an die Gesellschafter ausgeschüttet, fällt auf der Ebene des Gesellschafters Kapitalertragsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag an – auf die bereits versteuerten Gewinne.
Diese Mehrfachbelastung lässt sich durch eine durchdachte Ausschüttungsstrategie steuern: Gewinne, die in der Gesellschaft verbleiben (thesauriert werden), unterliegen nur der Unternehmenssteuerbelastung von ca. 30 %. Erst bei Ausschüttung greift die Kapitalertragsteuer. Wer Gewinne langfristig im Unternehmen belässt und reinvestiert, profitiert von einem deutlichen Steuerstundungseffekt.
Gesellschafter-Geschäftsführer: Gehaltsgestaltung und verdeckte Gewinnausschüttung
Eine der häufigsten und heikelsten Fragen bei der GmbH-Besteuerung: Wie hoch darf das Geschäftsführergehalt sein?
Das Gehalt eines Gesellschafter-Geschäftsführers mindert den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn der GmbH – und wird stattdessen auf Ebene des Geschäftsführers der Einkommensteuer unterworfen. Das kann steuerlich vorteilhaft sein, wenn der persönliche Einkommensteuersatz des Geschäftsführers unter der kombinierten Unternehmenssteuerbelastung liegt.
Allerdings gilt: Das Gehalt muss einem Fremdvergleich standhalten – es muss so gestaltet sein, wie es auch für einen fremden Geschäftsführer vereinbart worden wäre. Ist das Gehalt unangemessen hoch, qualifiziert das Finanzamt den überschießenden Teil als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) – mit empfindlichen steuerlichen Folgen: Die vGA erhöht nachträglich das körperschaftsteuerpflichtige Einkommen der GmbH und wird auf Ebene des Gesellschafters zusätzlich der Kapitalertragsteuer unterworfen.
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Das zeichnet uns aus
Unsere Expertise - Ihr Vorteil
Wir erstellen Ihre Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung vollständig und mit dem konsequenten Blick auf steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten – für GmbH, UG, AG und alle weiteren körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaften im Saarland und Rheinland-Pfalz.
Qualifikationen & Zertifizierungen:
Langjährige Erfahrung in der steuerlichen Betreuung von Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften im Saarland und Rheinland-Pfalz
Vollständige Erstellung aller Unternehmenssteuererklärungen aus einer Hand
Vorausschauende Steuerplanung statt reaktiver Pflichterfüllung
Mitglied der Steuerberaterkammer Saarland KdöR
Berufshaftpflichtversicherung: Generali Deutschland AG (Geltungsbereich Deutschland)
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zur Körperschaft- und Gewerbesteuer
Wann muss die Körperschaftsteuererklärung abgegeben werden?
Die Körperschaftsteuererklärung ist zusammen mit den übrigen Unternehmenssteuererklärungen beim Finanzamt einzureichen. Bei Beauftragung eines Steuerberaters verlängert sich die Frist in der Regel bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Wir überwachen alle Fristen für Sie.
Kann eine GmbH Verluste steuerlich nutzen?
Ja. Verluste der GmbH können im Rahmen des Verlustrücktrags in das Vorjahr zurückgetragen oder als Verlustvortrag in zukünftige Jahre vorgetragen werden. Allerdings gilt beim Verlustvortrag die sogenannte Mindestbesteuerung: Bis zu 1 Million € können unbeschränkt verrechnet werden, darüber hinaus nur 60 % des verbleibenden Gesamtbetrags der Einkünfte. Bei einem Gesellschafterwechsel von mehr als 50 % kann der Verlustvortrag zudem vollständig untergehen – die sogenannte Verlustabzugsbeschränkung nach § 8c KStG. Wir prüfen die Nutzbarkeit von Verlustvorträgen bei jeder Transaktion.
Lohnt sich die GmbH steuerlich gegenüber dem Einzelunternehmen?
Das hängt von mehreren Faktoren ab: Gewinnhöhe, geplante Entnahmen, persönlicher Einkommensteuersatz und Investitionsplanung. Als Faustregel gilt: Ab einem nachhaltigen Gewinn von ca. 60.000–80.000 € und wenn ein erheblicher Teil des Gewinns im Unternehmen verbleiben soll, kann die GmbH steuerlich vorteilhaft sein. Wir führen diese Vergleichsrechnung konkret für Ihre Situation durch.
Was ist die Zinsschranke und betrifft sie mein Unternehmen?
Die Zinsschranke begrenzt den steuerlichen Abzug von Zinsaufwendungen auf 30 % des steuerlichen EBITDA, sofern der Zinsüberschuss 3 Millionen € übersteigt. Für die meisten mittelständischen Unternehmen im Saarland und Rheinland-Pfalz greift die Zinsschranke nicht – bei fremdfinanzierten Akquisitionen oder großen Immobilientransaktionen kann sie jedoch relevant werden. Wir prüfen dies bei Bedarf.
Was passiert bei einer Betriebsprüfung auf Körperschaftsteuerebene?
Das Finanzamt prüft insbesondere verdeckte Gewinnausschüttungen, die Angemessenheit von Geschäftsführergehältern und Pensionszusagen, die steuerliche Behandlung von Gesellschafterverträgen sowie die Verrechnungspreise bei verbundenen Unternehmen. Wir bereiten Sie vollständig auf eine Betriebsprüfung vor und begleiten Sie durch das gesamte Verfahren.
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